Wanderung entlang Reisfelder und Reisterrassen auf Bali

Man muss auf Bali nicht weit herumfahren, um Reisfelder und Reisterrassen zu sehen. Der Reisanbau hat auf Bali eine sehr lange Tradition. Seit 2000 Jahren wird in Bali Reis angebaut. Der Reisanbau hat sich über die Jahre zum Kunsthandwerk entwickelt und die Reisfelder werden als Kunstwerke angesehen. Nirgends in Südostasien sind wir solch eindrucksvollen Reislandschaften begegnet wie hier in Bali. In anderen Ländern wird Reis oft auf riesigen Ebenen angepflanzt und es entstehen große Reisfelder. Da Bali sehr hügelig und im Zentralland sogar gebirgig ist, fehlen diese Ebenen. Trotzdem wird auf Bali sehr viel Reis angepflanzt und so entstehen in den Hügeln die weltbekannten Reisterrassen.

Da, wo auf den Ebenen und in großen Reisfeldern motorisierte Hilfsmittel verwendet werden können, werden die Reisfelder an den Hängen durch Menschenkraft bearbeitet und gibt es nur manchmal die Möglichkeit einen Pflug mit Ochsen oder Kühen zu Hilfe zu nehmen.

Wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, kann pro Jahr bis zu zweimal geerntet werden ohne dass der Boden dadurch leidet. Dies liegt unter anderem auch daran, dass der Boden sehr nährstoffreich ist. Durch das Ökosystem mit dem vielen Wasser wird dem Boden konstant Nährstoff zugeführt und die Überreste der Reisernte liefern einen weiteren Anteil an neuem Nährstoff.

Die Arbeit auf den Reisfeldern ist Knochenarbeit und der Lohn sichert gerade mal das Überleben einer Familie. Die Reisbauern auf Bali gehören alle einer landwirtschaftlichen Vereinigung an, genannt Subak. Über diese Genossenschaft wird die gerechte Bewässerung aller Reisfelder gesteuert und sichergestellt.

Das gesamte Dorf hilft beim Anbau von Reis

Besonders fotogen und die schönsten, kunstvoll angelegten Reisterrassen sind anscheinend die Reisterrassen von Jatiluwih. Ich kenne diese Reisfelder noch nicht und werde diese Reisfelder während meiner Bali Reise im September 2015 erkunden.

Viele sehr schöne Reisterrassen und Reisfelder findet man in der Umgebung von Ubud und Candidasa. Unbedingt empfehlen möchten wir mit den Kindern mindestens eine Wanderung durch die Reisfelder zu machen. In der Umgebung von Candidasa hat TRAVELKID eine Wanderung ins Programm aufgenommen. Dabei ist es faszinierend zuzusehen, mit welcher Geduld und welchem Fleiß die Leute die Reisfelder pflegen und diese Kunstwerke entstehen lassen.

Frau im Reisfeld

Parallel zur Vorbereitung der Reisfelder werden in kleinen Beeten die Reisstauden angepflanzt. Die Reisstauden sind sehr nahe beieinander und so entsteht das satteste Grün, das auf den Reisfeldern zu sehen ist.

Reisfeld

Sobald die jungen Reisstauden groß genug sind, werden diese aus den Jungbeeten genommen und büschelweise für die Pflanzung bereitgestellt.

Arbeit im Reisfeld

Jede einzelne Reisstaude wird nun von Hand eingepflanzt. Da der Boden durch das Wasser ganz weich ist werden die Stauden von bloßer Hand in die Erde gedrückt.

Anbau von Reis

Meist sind ganze Familien oder ganze Dorfgemeinschaften zusammen auf den Reisfeldern an der Arbeit. Denn nur mit vereinten Kräften ist der riesige Arbeitsaufwand zu meistern.

Nach der Pflanzung der jungen Reisstauden müssen diese ständig gepflegt und mit Nährstoff versorgt werden. Die Reisfelder müssen von Unkraut befreit werden und es muss immer für die richtige Wassermenge gesorgt werden. Je nach Sorte stehen die Rispen 3 – 9 Monate komplett im Wasser.

Bewasserungssystem Reisfeld

Da für den Reisanbau viel Wasser benötigt wird, werden vor allem die Flusstäler genutzt. Ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem leitet Wasser aus den Bergen über kunstvoll angelegte Wassergräben von einer Terrasse zur nächsten, so dass alle Reisfelder (Sawahs) auf diese Weise bewässert werden.

Immer wieder stehen in den Reisfeldern kleine Hütten oder Unterstände. Diese Unterstände spenden während Pausen zwischen der Arbeit etwas Schatten und dienen den Bauern als Platz zum Ausruhen.

Reisfelder Bali

Wenn der Reis geerntet wird und die Körner von den Stauden entfernt sind, müssen die Reiskörner noch getrocknet werden. Dies geschieht meistens auf der Strasse.

Ernte Reisfeld

Also viel Spaß bei der Erkundung der Reisfelder und der Anpflanzung von den ersten Reispflanzen während deiner Wanderung. Eines solltest du noch wissen…

Kleine Anekdote: Schlangen und Bergschuhe

Speziell für die Wanderungen durch die Reisfelder habe ich unsere Bergschuhe eingepackt. Viele Reiseführer berichten, dass Schlangen, Skorpione und anderes Ungeziefer sich gerne im Reisfeld aufhalten und es deswegen empfehlenswert ist, knöchelhohe Schuhe anzuziehen. Als unserer Reiseführer uns mit Flip Flops an seinen Füßen abholt, schauen meine Bergschuhe sicherlich etwas übertrieben aus…

Eine Schlange im Reisfeld

Wir folgen den schmalen Pfaden durch die Reisfelder und nach 10 Minuten hält unser Reiseleiter plötzlich an. Romy (damals 5 Jahre) und ich stehen auf einem Deich, zirka 50 cm höher als der Boden und genau da unten bewegt sich eine Schlange. Mit dem Buch „Was kriecht und krabbelt in den Tropen“ (Verlag: Reise-Know-How) habe ich Romy intensiv auf diese Fernreise vorbereitet, damit es bei den Tieren keine bösen Überraschungen gibt. Denn was machst du instinktiv, wenn du eine Schlange siehst? Genau! WEGRENNEN!!! Und somit hat die Schlange dich als Beute wahrgenommen und auch schon längst zugeschnappt. Ganz still stehen bleiben ist das Zauberwort – Romy bleibt tatsächlich bewegungslos stehen und staunt wortlos auf das Tier hinunter. Sie hätte nie geglaubt, wirklich eine Schlange zu sehen. Ich frage Romy ganz vorsichtig, ob sie vielleicht Angst vor der Schlange hat, worauf sie antwortet: „Ich? Nein, ich habe ja Bergschuhe an!!“

Ich wünsche Euch viel Spaß bei der Wanderung durch die Reisfelder!

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