Tipps um Kinder während Reisen besser fotografieren zu können

Du musst kein Profi-Fotograf sein, um Kinder auf den Urlaubsbildern gut festzuhalten. Bilder, die eine Stimmung wiedergeben bzw. eine Geschichte erzählen, kannst auch du mit einigen Tipps und Tricks selbst machen.

Technische Tipps:

Wähle die richtige Einstellung
Je nachdem wie gut du dich mit deiner Kamera und den Grundthemen der Fotografie wie Blende, Verschlusszeit, etc. auskennst, solltest du dich zu Hause schon mit den Einstellungen der Kamera vertraut machen. Wenn die Kamera neu ist, packe die Anleitung ein. Und wenn du dir das Leben einfach machen willst, wählst du eine der Programmautomatiken an der Kamera. Bei spielenden Kindern bietet sich zum Beispiel die “Sportautomatik” an.

Blaue Stunde
Nütze das Morgenlicht und stehe mal vor Sonnenaufgang auf. Du kannst so das beste Licht für deine Bilder nützen, an vielen Orten ist diese Zeit auch die einzige Möglichkeit Bilder ohne Touristenhorden zu machen. Die sogenannte blaue Stunde fängt zirka eine Stunde vor Sonnenaufgang an und hört eine Stunde nach Sonnenaufgang auf, je nachdem wo du dich gerade auf der Erde befindest. In dieser Zeit ist das Licht am schönsten.

=> Optimale Bedingungen, wie Windstille, bieten sich kurz nach Sonnenaufgang.

Unterbelichten
Wenn du am hellen Tag fotografieren „musst“, dann ist es besser das Bild etwas unter zu belichten. Minimal minus 1. In der Bildbearbeitung kannst du dunkel aufhellen. Alles was zu hell ist, ist kaputt.

Zu dunkel kannst du in der Bildbearbeitung aufhellen.

Dieses Bild ist auch in der Bildbearbeitung nicht zu reparieren

Benütze einen Filter
Um das Beste aus den Bildern herauszuholen, ist es in der Digitalfotografie sinnvoll einen Polfilter oder Verlaufsfilter einzusetzen. Ein Polfilter reduziert oder verstärkt Spiegelungen. Er kann das Himmelblau verstärken, macht das Blattgrün in Naturfotos satter und kann Kontraste in Landschaftsaufnahmen verbessern.

Ohne Polfilter.

Mit Polfilter.

Der Verlaufsfilter hilft dabei einen wunderschönen Sonnenuntergang mit hellem Himmel und schwarzem Vordergrund ausgeglichener zu belichten.

=> Mit einem Grauverlaufsfilter und längerer Verschlusszeit kannst du Wasser einfrieren.

Gute Vorbereitung
Gute Reisefotografie beginnt schon zu Hause. Es hört sich hier vielleicht überflüssig an, aber vergiss nicht, täglich deine Batterien und Speicherkarten zu kontrollieren. Du wirst überrascht sein, wie oft es vorkommt, dass die Speicherkarte voll ist, oder die Batterie leer.

Und vergiss nicht deine Kamera und Objektive täglich zu reinigen. Vor allem am Meer und in der staubigen Wüste von Namibia zerfressen Sand und Salzwasser deine Kameraausrüstung.

Allgemeine Tipps für Kinderfotografie:

Die richtige Perspektive
Es kommt eigentlich nicht auf die Kamera an. Viel mehr macht die Bildidee aus. Suche zum Beispiel einen erhöhten Standpunkt, mache zwei drei Schritten nach rechts oder gehe in die Knie. Vor allem wenn du Kinder fotografierst, solltest du in die Knie gehen und die Kinder auf Augenhöhe abbilden. Eine Frosch- oder Vogelperspektive gibt dem Bild mehr Aufmerksamkeit.

Froschperspektive

Aus der Mitte ist etwas langweilig.

Setze das Hauptobjekt auf den gelben Linien, das macht das Bild spannender.

Achte auch auf die Schärfentiefe.

Oder gehe mal nah ran. Es gibt zig Anlässe in denen die totale Perspektive die erste Wahl ist. Aber auch Detailfotos zum Beispiel nur von den Füßen oder eine Großaufnahme von Hand oder Kopf können super aussehen. Wichtig ist hierbei das richtige Maß an Tiefenschärfe zu finden und auf die richtigen Körperteile zu fokussieren damit die Bildkomposition gut aussieht.

Scharfstellung liegt im Vordergrund

Scharfstellung liegt im Hintergrund

Optimale Schärfentiefe, aber ein schmutziges Objektiv!

=> Hier hätte ich zuerst zwei Schritte nach rechts gehen sollen, damit der Führer nicht im Hintergrund ist. Für ein Bild auf Augenhöhe hätte ich außerdem in die Knie gehen sollen.

Hier müsste es schnell gehen, zu schnell!

Der beste Platz
Kinder bewegen sich oft schnell und unvorhersehbar. Denen ist das ideale Licht egal und auch, ob du selbst gerade versuchst, einen Fotopreis zu gewinnen. Natürlich ist es von Vorteil, wenn du dich zwischen die Kinder und der Sonne platzieren kannst. Sonst mache dich mit den Einstellungen der Kamera vertraut.

Fotografiere die Kinder in unbeobachteten Momenten
Aufforderungen wie „du musst jetzt lachen!“ oder „schau in die Kamera!“, stören Kinder beim Fotografieren am meisten. Gestellte Posen, gespieltes Lachen oder eine unsichere Körperhaltung wirken im Bild unnatürlich und negativ. Meine Tochter hasst es, sich ständig fotografieren zu lassen. Sorge dafür, dass du von den Kindern nicht beobachtet wirst, mache dich unsichtbar und agiere ruhig im Hintergrund. Vielleicht hilft es, wenn dein Kind erst einmal daran gewöhnt ist, dass du ständig mit der Kamera umherläufst und es dir in Zukunft weniger Beachtung schenkt.

=> Unbeobachtet von hinten eingefangen

Bildaufbau
Das Kind ist der Star der Aufnahmen. Entferne alle störenden „Unruhestifter“ aus der Umgebung. Für Aufnahmen unter freiem Himmel gilt, vermeide stürmische Szenarien wie geparkte Autos, Hinweistafeln oder Menschenmassen und wähle einen ruhigen Ort mit einfarbigen Hintergründen wie eine Wiese oder einen Sandkasten. Wenn du dann noch den goldenen Schnitt im Blick behältst und wie bei Porträts versuchst, die Augen möglichst scharf zu fokussieren, werden die Kinder automatisch zu herausragenden Hauptdarstellern.

Versuche möglichst ohne Blitz zu fotografieren
Bei Innenaufnahmen werden die meisten Kameras einen Blitz automatisch auslösen um das Bild ausreichend zu belichten. Die meisten integrierten Blitze blitzen aber viel zu hart, so dass die Bilder sehr grell und unnatürlich wirken. Wenn du den Blitz ausschaltest und dafür z. B. den ISO-Wert höher einstellst, kannst du auch ganz gute Bilder ohne Blitz – und ohne rote Augen – machen.

Zum Schluss meine Tipps für eine tolle Szene:

Fotografiere die Kinder während der Reise mal im Alltagsleben auf der Straße, mit alltäglichen Fortbewegungsmitteln, mit einem Teller leckerem Essen oder vielleicht findet während der Reise ein Fest oder ein Markt statt.

Mit Kindern entsteht oft viel schneller ein Kontakt zu den Einheimischen. Bevor du aber fremde Menschen fotografieren willst, bitte vorher um Erlaubnis. In islamischen und einigen afrikanischen Kulturen sind die Menschen aus religiösen Gründen nicht bereit, sich fotografieren zu lassen.

=> In China gelten ganz andere Regeln. Hier sind die Kinder an das ständige Fotografieren gewöhnt.

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