10 Tipps wie du lange Flüge mit den Kindern überstehst

Bei einer Fernreise sind lange Flugzeiten einfach notwendig und nicht zu vermeiden. Ich bemerke bei der täglichen Arbeit, dass Eltern sich da jede Menge Gedanken machen, wie sie den langen Flug mit den Kindern überstehen sollen und auch deswegen eine Reise gar nicht antreten.

Wie du einen langen Flug mit den Kindern überstehst, erfährst du in den folgenden zehn Tipps:

  1. Buche deinen Flug frühzeitig. 11 Monate im Voraus!

Sobald du weißt, dass du mit den Kindern eine Fernreise machen willst, solltest du dich schnellstmöglich um die Flüge kümmern. Im Gegensatz zu den Charterflügen, die zu den Europäischen Stranddestinationen fliegen, sind Linienflüge bei einer Buchung zirka 11 Monate im Voraus, gerechnet ab dem Rückflug, genau dann am günstigsten! Außerdem hast du die Möglichkeit, wenn es einen Umsteigeflug betrifft, den schnelleren Anschlussflug zu reservieren. Ich weiß aus Erfahrung, und ich sehe es bei der täglichen Arbeit, dass die Tarife ab dann nur noch teurer werden und die Anschlussflüge immer später gehen.

  1. Buche einen Upgrade, oder sogar Business Class

Falls dir ein großer Sitzabstand besonders wichtig ist, kannst du bei Fairliners die Sitzabstände der meisten Airlines vergleichen und entsprechend versuchen, eine Airline mit komfortablen Sitzen zu buchen.

Bei der Lufthansa oder Condor kannst du die neue Premium Economy Klasse buchen. Hier hast du eine bessere Mahlzeit, darfst du mehr Freigepäck mitnehmen und hast du mehr Beinfreiheit. Der Preisunterschied ist es, sicherlich wenn du früh genug buchst, absolut wert. Und wenn du es dir leisten kannst, buche Sitzplätze in der Business Class.

  1. Jedes Kind einen Sitzplatz

Der Sitzplatz ist das wichtigste Kriterium dafür, ob ein Flug angenehm oder zur Qual wird. Babys bis 2 Jahre haben kein Recht auf einen eigenen Sitzplatz. Es ist bei den längeren Flügen empfehlenswert trotzdem ein Ticket (Preis für Kinder ab 2 Jahre) zu buchen, damit auch das Kleinkind einen eigenen Sitzplatz hat. Und du letztendlich auch! Probiere es einfach mit einem Küchenstuhl aus. Bleib da mal einen Abend zu zweit sitzen. Angeschnallt! Und es bekommt auch gleichzeitig mit dir das Essen. Du hast das Kind ständig am Schoß. Minimal Zehn Stunden lang. Manchmal ist etwas mehr zahlen kein Luxus!

Bitte bedenke, dass Kinder im Flugzeug ausnahmslos nicht am Boden schlafen dürfen, ist auf Grund von Turbulenzen viel zu gefährlich. Über das Thema Sicher fliegen mit Baby haben wir einen separaten Reiseblog veröffentlicht.

Wie gefährlich ist der loop Belt?

Kleinkinder fliegen fast gratis. Dabei werden sie bei Turbulenzen zum „Airbag“ des Erwachsenen © nadezhda1906 | Fotolia

  1. Wähle einen guten Sitzplatz

Bei den langen Flügen kannst du meistens direkt bei der Flugbuchung Sitzplätze reservieren. Falls du dich vorbereiten willst, empfehle ich dir einen Blick auf Seatguru (www.seatguru.com). Dort findest du die besten Sitzplätze für jedes Flugzeugmodell, aber die besten Sitzplätze sind nicht immer die besten Sitzplätze für Familien mit Kindern!

Den größten Sitzabstand gibt es an den Notausgängen, doch diese Sitze werden häufig erst beim Check-in am Flughafen vergeben und sind für Familien mit Kindern sowieso nicht buchbar. Die Sitzreihen bei den Toiletten solltest du meiden, da sich dort ständig Menschen aufhalten.

In den meisten Flugzeugen gibt es am Fenster 3er-Sitzreihen und in der Mitte 4er-Sitzreihen. Abhängig von der Familienzusammenstellung macht es vielleicht Sinn eher in der Mitte eine Reihe zu ergattern. Vorteil ist, dass die Kinder sich besser hinlegen und schlafen können.

Bei den Langstreckenflügen kannst du bei manchen Airlines für Babys bis max. 8 kg einen Babycot oder Bassinet vorbestellen, ein Babybett, welches vorne an der Wand montiert wird. Warum wir von diesem Bassinet abraten, erklären wir in unserem Reiseblog  Sicher fliegen mit Baby.

Baby in bassinet | © Igor Stepovik | Fotolia

Eltern mit mehreren Kindern versuchen immer wieder genau hier auf den sogenannten Bulkheadseats einen Platz zu reservieren.

ICH RATE DAVON DRINGEND AB!!!

Für Familien mit Kindern sind dies die schlechtesten Sitzplätze im Flugzeug. Bei den Bulkheadseats befindet sich der Tisch in der Armlehne, zwischen jedem Sitzplatz. Diese Armlehne kannst du nicht wegklappen, der Sitzplatz ist auf Grund dessen sowieso viel schmaler als bei den anderen Sitzplätzen. Außerdem haben die Kinder keine Möglichkeit sich hinzulegen. Buche mit 2 Kindern für das Baby lieber ein extra Ticket und reserviere Sitzplätze in der mittleren Reihe. So bequem warst du noch nie unterwegs!

Bulkhead seats sind für Familien mit Kindern nicht geeignet!

Bulkheadseats sind für Familien mit Kindern absolut nicht geeignet!

  1. Sei rechtzeitig am Flughafen

Vor Langstreckenflügen, die am späteren Abend abfliegen, bin ich mindestens zwei Stunden vor Abflug am Flughafen und genieße eine ausgewogene leichte Mahlzeit. Wenn der Flug um 22.00 Uhr abhebt, bekommst du erst um 23.00 – 23.30 Uhr das Abendessen serviert. Die meisten Kinder werden vor lauter Aufregung bereits beim Start müde oder schlafen sogar ein. Wenn du am Flughafen etwas gegessen hast, ist es kein Problem das Essen auch mal auszulassen. Wenn du den Flugbegleitern Bescheid gibst, noch bevor das Essen erwärmt wird, heben sie das Essen für später auf.

Du kannst bei der Reservierung der Flüge übrigens für die Kinder Kindermahlzeiten reservieren. Ich empfehle diesen Service zu nützen.

  1. Lounge reservieren

Willst du den Stress am Flughafen meiden? Hast du gewusst, dass du auf fast jedem weltweiten Flughafen eine gemütliche Lounge mit gültiger Reservierung besuchen kannst? TRAVELKID Fernreisen bietet diesen Service seinen Gästen. Es ist nicht notwendig Business Class zu fliegen um Eintritt zu einer Lounge zu bekommen. Je nach Flughafen kostet dieser Service zwischen Euro 25 – Euro 35 pro Person. Kinder zahlen einen Kinderpreis. Bei einem Ticketpreis von Euro 1000 oder mehr, kein Vergleich.

  1. Trage bequeme Kleidung und nimm Snacks mit

Für einen langen Flug solltest du bequeme Kleidung anziehen. Und weil die Füße leicht anschwellen, sind ein Paar bequeme Schuhe genauso empfehlenswert. Außerdem solltest du dich auf die gut gemeinten klimatischen Bedingungen im Flugzeug vorbereiten. Meistens ist es ziemlich kalt und mir reicht oft die dünne Decke nicht.

Kleine Sachen, die ich unterwegs benötigen könnte, wie Buch, MP3-Player, Reisepass oder Kugelschreiber zum Ausfüllen von Visa-Formularen, trage ich grundsätzlich in einer Bauchtasche bei mir. Romy hat ihre Sachen in einem kleineren Rucksack, welchen sie beim Vordersitz am Boden verstaut. So muss sie nicht extra aufstehen und in den Handgepäcksräumen herumwühlen.

Das Flugzeugessen ist sicherlich nicht jedermanns Sache und vor allem Kinder können sehr heikel sein. Bei der Lufthansa gibt es immer als Reserve einige Frankfurter bei den Flugbegleitern zu ergattern. Steck dir zur Sicherheit lieber noch ein paar Snacks oder Obst ins Handgepäck. Bitte bedenke, dass du Obst auf den Flügen nach Amerika mitnehmen darfst, aber nicht in Amerika einführen darfst. Es gibt an den Flughäfen ausgebildete Obst-Hunde und das Mitnehmen eines harmlosen Apfels wird bestraft!

Ich habe auch immer eine kleine Flasche Wasser dabei. Die Luft im Flugzeug ist sehr trocken, viel trinken steigert das Wohlbefinden. Aber Achtung: Du kannst das Wasser nicht durch die Gepäckkontrolle mitnehmen. Ich bekomme auch immer spröde Lippen und eine ausgetrocknete Haut von der trockenen Luft.

Du kannst für die Kinder eine Kindermahlzeit bestellen.

  1. Sorge für ein Unterhaltungsprogramm

Inzwischen gibt es bei den gängigsten Airlines ein Onboard-Fernsehsystem, direkt im Vordersitz, gefüllt mit Filmen, Serien, Musik und Spielen. Auf Seatguru kannst du nachschauen, ob bei deinem Flugzeugtyp dieses System bereits eingebaut ist.

Sonst nimm etwas Unterhaltung mit. Was bei den Kindern auch immer gut wirkt, sind in regelmäßigem Abstand kleine Geschenke, womit sie eine Weile beschäftigt sind. Ich habe für Romy, als sie noch kleiner war, mal etwas zum Weben mitgenommen. Würfelspiele, Lego, kleinere Teile Playmobil oder Klebesachen sind für das Flugzeug eher ungeeignet.

Mit Entertainment hast du den Flug schon halb geschafft!

Mit Entertainment hast du den Flug schon halb geschafft!

  1. Gehe mal eine Runde

Stehe regelmäßig auf und lauf ein bisschen durch den Gang. Wenn du in der Mitte sitzt, kannst du mal aus dem Fenster schauen. Es ist mit den Kindern auch spannend in die Boardküche zu schauen. Vielleicht erklärt eine Flugbegleiterin dir etwas über das Kochen oder die Sicherheit an Board, wenn nicht gerade Rushhour ist.

  1. Tagesrhythmus anpassen

Bei Fernreisen kommt das Thema Jetlag immer wieder zur Sprache. So empfehle ich nach Amerika Flüge auszusuchen, wobei du spätestens um 18.00 Uhr in Amerika ankommst. Mit der Zeitverschiebung ist es für die Kinder bereits 2 Uhr nachts. Und dann bist du noch nicht mal durch die Kontrollen und in deinem Hotel! Nach Asien ist es wesentlich leichter, nach Namibia gibt es keinen Zeitunterschied und somit keinen Jetlag.

Ich habe früher einen Tipp bekommen, wie ich den Jetlag schnell in den Griff bekommen kann. Ich verrate es hier mal. Sobald ich am Flughafen ankomme und eingecheckt habe, stelle ich die Uhr bereits um und „lebe“ ab dann, also noch vor dem Abflug, die Zeit am Zielort nach. Ich esse dann, wenn sie am Zielort essen. Ich schlafe dann, wenn sie am Zielort schlafen. Ich muss sagen, dass ich das Problem Jetlag gar nicht kenne. Vielleicht hat es etwas mit dem Tipp zu tun…

Mein Geheimtipp:

Durch den Druckausgleich in der Kabine, beim Auf- und Absteigen, entsteht ein Druck in den Ohren. Durch Schlucken, kannst du den Druck wieder ausgleichen. Dies ist genau der Moment, wo Babys und Kleinkinder zum Weinen anfangen, weil sie mit dem Druckausgleich zu spät sind. Ganz wichtig: lasse die Kinder während des Auf- und Absteigens immer wieder etwas trinken oder etwas essen.

Und für die Eltern, die immer noch zweifeln, mache dir nicht zu viele Gedanken. Alles geht einmal vorbei und hinterher war es – sage ich aus Erfahrung – mit den Kindern halb so schlimm. Die Kinder sind meistens nicht das Problem 🙂

Also los gehts. Worauf wartest du noch? Ich wünsche alle Eltern und natürlich den Kindern einen guten Flug!

 

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