Ein Ausflug zu den Iban mit Homestay im Langhaus, Borneo

Während einer Borneo Reise sollte ein Ausflug zu den Iban mit Homestay im Langhaus nicht fehlen. Eine besondere Erfahrung ist eine Übernachtung im Langhaus und für Familien mit Kindern machbar. TRAVELKID hat diesen Ausflüg fix im Programm aufgenommen. Was du als Gast im Langhaus bei den Iban auf Borneo alles erlebst, erzähle ich in diesem Reiseblog.

Wir verlassen die Katzenstadt Kuching auf Borneo und fahren zuerst nach Serian. Unser Reiseleiter Shaffy möchte dort auf dem Markt einiges einkaufen. Wir machen einen 2-tägigen Ausflug zu den Iban, die früheren Kopfjäger, und Shaffy wird für uns kochen. Ich habe Gemüse und Huhn bestellt, Romy wünscht sich Nasi Goreng, also gebackenen Reis.

Markt Serian Borneo

Nach einer 5-sündigen Autofahrt stehen wir endlich am Anlegeplatz. Mit dem Boot geht es normalerweise in 40 Minuten zum Iban Dorf. Zumindest, in der Regenzeit. Wir machen diesen Ausflug mit Homestay in der Trockenzeit, unser Kapitän John sitzt beim Motor hinten. Bootsmann Djenim sitzt vorne. Und gleich bei der ersten Kurve geht es schon schief. Das Wasser ist so untief, das Boot läuft am Boden auf. John muss den Motor aus dem Wasser heben, Djenim steht auf und stößt mit einem Baumstamm ins Wasser und lenkt das Boot über die Stelle. Als wir drüber sind, lässt John den Motor wieder ins Wasser rein, startet wieder und weiter geht es. Bis zur nächsten untiefen Stelle.

Bootsfahrt Borneo

Wir nähern uns Ngemah, dem Dorf der Iban, in dem wir während unseres Homestays übernachten werden. Shaffy fragt ordnungsgemäß um Zustimmung beim Bürgermeister, ob wir sein Iban Dorf und das Langhaus betreten dürfen und mit allen Geschenken, die Shaffy mitgebracht hat, kann er uns dies wohl kaum verweigern.

Langhaus Iban Borneo

Das Dach des Langhauses ist aus Wellblech, sonst ist alles aus Holz. Ich sehe einen langen Gang. Ein Korridor. Links davon sind die Zimmer der Iban Familien aneinander gereiht. Rechts vom Gang eine Art Anhöhe, auf der die Iban gerne sitzen und wo die Gäste schlafen können. Am Boden dieser Anhöhe liegen Strohmatten. Am Gang selbst sind allerhand Plastikfolien in verschiedenen Farben und Mustern, was gerade vorhanden war, aneinander geklebt. Frauen, Kinder, Männer, jung und alt. Alles rennt hier durcheinander.

Iban Langhaus Borneo

Außer einem australischen Hochzeitspärchen sind wir die einzigen Gäste, die diesen Ausflug gebucht haben. Da wo es bei solchen Ausflügen oft touristisch zugeht, ist es hier wirklich original. Traditionell. Die Menschen führen nichts vor. Das was ich sehe, so leben die Menschen wirklich. Nichts gekünstelt. Romy und ich sind bei der Familie Nyatong zu Gast, eine Iban Familie mit fünf Personen. Oma, Tochter, Mann und zwei Söhne. Wir sind herzlich willkommen und dürfen die Wohnung jederzeit betreten. Sie ist karg eingerichtet. Betten sehe ich nicht, dafür einen Stapel dünne Matratzen in der Ecke. Na ja Matratzen… sie haben eher die Dicke einer Yoga-Matte.

Homestay Iban Langhaus Borneo

Im Langhaus ist nicht viel los. Alle Iban Familien haben sich in ihre Häuser zurückgezogen und kochen. Und weil das Essen schon in der Pfanne liegt, trauen sich die Hühner einen Blick ins Langhaus zu werfen. Die Hunde, die sich unter dem Langhaus befinden, bellen ständig und kämpfen ihre Machtspielchen aus, Katzen liegen in der Sonne und dazwischen spielt sich das alltägliche Leben ab. Ein Leben, wobei es genauso wie bei vielen Bauernfamilien aus unserer Region sehr traditionell abläuft. Die Frauen sind zu Hause. Waschen. Kochen. Versorgen die Kinder. Die Männer sind auf der Farm oder arbeiten auf dem Land. Sie pflanzen Gemüse für den eigenen Verbrauch und betreiben an einem kleineren Berghang den Anbau von Pfeffersträuchern. Früher haben sie noch Rubber angebaut, aber heutzutage bekommen sie nur noch 2 Ringgit für ein Kilo Gummi. Für ein Kilo schwarzen Pfeffer dahingegen, bekommen sie 22 Ringgit, für weißen Pfeffer sogar 34 Ringgit. Klar! Dann würde ich auch lieber Pfeffer anbauen, wenn ich etwas anbauen muss.

Pfeffer Iban Langhause Borneo

Nach dem Abendessen werden auf der Anhöhe unsere Schlafplätze hergerichtet. Am Boden liegen zwei Matratzen. Matratzen, die du zu Hause nicht mal für den Hund verwenden willst. Und im Vergleich zu den Matratzen, die ich bei der Familie gesehen habe, fast Boxspring-dick. Darüber ein wirklich sauberes Leintuch, natürlich mit zwei kleineren Löchern. Zwei Polster. Yoga-Matte-dick. Zwei viel zu kurze Decken, natürlich sauber. Und über das Ganze ist das Moskitonetz gespannt. Ein Netz ohne Löcher, Model Box. Ein prima Plätzchen für einen besonderen Homestay bei den Iban.

Homestay Iban Borneo

Dann ist Feierabend. Zuerst dürfen wir den Bürgermeister kennenlernen. Ein etwas jüngerer Kerl sitzt etwas hängend auf dem Stuhl, ein ordentlicher Bierbauch prahlt unter seinem T-Shirt heraus. Sein Vater war Bürgermeister und sein Sohn wird es irgendwann auch werden. Kein Wahlkampf, keine Wahlliste. Er bekommt einfach den Job, weil er der „älteste Sohn von“ ist. Wichtig ist in jedem Fall das Gästebuch, welches wir zeichnen müssen. „Dear guests.“ Er hält eine kurze Ansprache, begrüßt uns, heißt uns Willkommen und ist froh, dass wir zu ihm gekommen sind.

Homestay Iban Borneo

Inzwischen haben zwei Menschen sich traditionelle Tracht angezogen und mit einem Willkommenstanz werden wir jetzt offiziell begrüßt. Drei Frauen sitzen am Boden und machen mit originellen traditionellen Instrumenten Musik. Abgeschlossen wird die Zeremonie natürlich mit einem Trinkspruch mit Reiswein. Dann sind wir dran!

Begrüßungstanz Iban Homestay Borneo

Der Hahn hat sich in der Nacht fünf Mal in der Uhr verschaut und besser als erwartet haben wir die Nacht verbracht. Während dieses Ausflugs ist eine Vorführung „blowpipe“ schießen, also Blasrohrschießen, geplant. Im Endeffekt zeigt Shaffy uns wie ein Blasrohr ausschaut und wie wir damit schießen können.

Blasrohrschießen Iban Borneo

Danach steht eine Wanderung rund um das Langhaus am Programm. Von der Außenseite ist erst gut zu sehen, wie groß das Langhaus der Iban eigentlich ist. Auf dem Gelände befindet sich noch eine kleine Kirche, die Iban sind Christen. Der Ferkelstall liegt gleich daneben und etwas weiter hinter dem Langhaus die Pfeffer-Plantage.

Langhaus Iban Borneo

Das Ende des Ausfluges nähert sich. Wir verabschieden uns bei der Nyatong Familie, bedanken uns für die Gastfreundschaft und steigen wieder ins Boot. Shaffy hat am Ende des Ausfluges noch etwas Besonderes für uns vorbereitet. Bambus-Barbecue am Flussrand! Bootsmann John macht ein Feuer. Djenim fängt mit Romy an, Reis in Blätter zu falten. Ich schäle und zerstückele verschiedenes Gemüse. Das Ganze wird in den Hohlraum von einem Stück Bambus gesteckt und mit verschlossener Seite nach unten ins Feuer gestellt. An der Oberseite wird Wasser ins Rohr hinein gegossen, das Essen wird sozusagen gekocht. Kurze zehn Minuten später ist alles fertig gekocht und werden die Speisen auf Tellern serviert. Wie bei einem Buffet steht alles am Bachbett entlang bereit. Eine grandiose Mahlzeit in einem herrlichen Ambiente.

Zubereitung Bambus Barbecue Borneo

Obwohl die Fahrt zu den Iban wirklich lange ist, hätte ich diesen wunderbaren Homestay bei den Iban nicht verpassen wollen. Willst du mit deinen Kindern auch zu den Iban? TRAVELKID organisiert individuelle Fernreisen für Familien mit Kindern und hat diesen Ausflug fix im Programm.

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