Die Ureinwohner von Namibia: Himba, Buschmänner und Damara

Was wäre eine Tour durch ein fremdes Land ohne Kontakt zu seinen Menschen? Und gerade in Namibia möchte man einiges über die Ureinwohner erfahren. Weil genau hier gibt es Leute, die in einer für uns ungewöhnlichen Weise leben, mit fremdartigen Sitten und Gebräuchen. Die Himbas sind sicherlich die faszinierendsten, aber ich möchte dir hier noch zwei andere Gruppen vorstellen: Die Damara und die Buschmänner oder auch San genannt.

Zuerst eine kurze Erklärung, wo du diese Menschen und ihre Kultur am besten kennenlernen kannst.

Die Living Culture Foundation Namibia (LCFN) ist ein Kulturverein und hat sogenannte Lebenden Museen (englisch: living museum) eingerichtet. Die Museen dienen grundsätzlich der Bewahrung der traditionellen Kultur und der Bekämpfung der Armut durch Einkünfte aus dem Tourismus. Direkt beim Eingang im Living Museum kannst du Souvenirs kaufen und geführte Kurzprogramme buchen. Welche Programme mich und meine Tochter begeistert haben, findest du etwas weiter unten.

Living Museum Buschmänner Living Museum Damara

Zurzeit gibt es fünf Lebende Museen, in denen jeweils eine namibische Volksgruppe nach traditionellen Überlieferungen lebt. Das Living Museum der Damara findest du in der Nähe von Twijfelfontein, das Living Museum der Ju/’Hoansi oder Buschmänner findest du in Grashoek, nahe Grootfontein. Während einer TRAVELKID Rundreise wirst du bei diesen zwei living museums am ehesten vorbei fahren, deswegen begrenze ich mich jetzt auf diese zwei Lebenden Museen. Die Himba besuchst du direkt in ihrem Dorf.

Living Museum Damara, Twyfelfontein

Fröhliches Singen und Tanzen im Living Museum der Damara, Twyfelfontein

Fröhliches Singen und Tanzen im Living Museum der Damara, Twyfelfontein

Zusammen mit den Buschleuten gelten die Damara als die Ureinwohner Namibias. Während der Zeit der Kolonisation Namibias konnten die Damara, durch ihre losen Stammesstrukturen, Angreifern nie wirklich etwas entgegensetzen. Dies ist auch einer der Gründe weshalb ihre Kultur heutzutage fast völlig in Vergessenheit geraten ist. Im Lebenden Museum der Damara wurde nun zum ersten Mal überhaupt der Versuch gestartet, die verlorene Kultur der Damara zu rekonstruieren.

Das living museum der Damara liegt 10 km nördlich von Twyfelfontein, in der Nähe der berühmten Felsgravurenstätte der San. Es ist das erste traditionelle Damara – Projekt in Namibia und das Einzige seiner Art – weltweit!

Mein Tipp: Programm Unser traditionelles Leben

Erfahre wie die Damara vor Jahrhunderten lebten und erhalte einen Einblick in die traditionelle Kultur in diesem Dorf. Du lernst etwas über die traditionelle Schmiedekunst (Herstellung von Waffen und Handwerkszeug), über das Gerben von Leder, die Produktion traditioneller Kleidung, Schmuckherstellung, siehst traditionelle Damara-Tänze, Gesänge und Spiele, lernst über die Bedeutung des heiligen Feuers und vieles mehr.

Living Museum Damara, Twyfelfontein

Die Kinder lernen vom Buschmann, wie sie ein Feuer machen können.

Die Kinder lernen vom Buschmann, wie sie ein Feuer machen können.

Die San, volkstümlich als ‚Bushmen‘ oder „Buschmänner“ bezeichnet, sind die älteste Bevölkerungsgruppe in Namibia und leben seit vermutlich 20.000 Jahren im südlichen Afrika. Die kleinwüchsigen, freundlichen Menschen sind eigentlich Jäger und Sammler und haben ein sehr tiefgehendes Verständnis für die Natur und ihre Ökologie. Sie sind in der Lage, Hunderte von Pflanzenarten zu unterscheiden und gelten zudem als ausgezeichnete Spurenleser.

Von Grootfontein aus findest du das Living Museum in Grashoek. TRAVELKID-TIPP: auf dem Weg zu den San sollte man im Auto kein Fleisch im Kühlschrank aufbewahren. Das nehmen sie einem am sogenannten Veterinärzaun gnadenlos ab.

Im von der LCFN eingerichteten Lebenden Museum der Ju / `Hoansi hast du die Möglichkeit eine Safari-Wanderung mit den Buschmännern zu buchen. Das ist der Moment, in dem du mit der einheimischen Kultur und den Traditionen des San Volkes in Berührung kommst.

Mein Tipp: Programm Handwerkskunst im Dorf

Im Mittelpunkt stehen Feuer machen, das Fertigen von Seilen und Schlingen und das Herstellen von Schmuck. Mit den Kindern wird jedoch das selbst Basteln von Pfeil und Bogen ein absoluter Höhepunkt werden. Unsere Prachtstücke hängen in unserem Wohnzimmer eindrucksvoll an der Wand!

Besuch Himba Dorf in Opuwo und Palmwag

Eine Himba Frau

Eine Himba Frau

Im Norden Namibias scheint es, als ob es sich seit mehr als 1000 Jahren nicht mehr verändert hat. Du wirst die traditionellen Himba Dörfer sehen und ihre traditionell gekleideten Einwohner, die aussehen, als ob sie von einer anderen Ära kommen.  Die Himba sind ein Hirtenvolk. Sie züchten im wesentlichen Rinder und Ziegen und führen ein halbnomadisches Leben. Je nach Jahreszeit ziehen sie mit ihren Herden zu den unterschiedlichen Wasserstellen. Deswegen besuchst du die Himba nicht im living museum, sondern direkt in ihrem Dorf.

TRAVELKID bietet in Opuwo und Palmwag geführte Touren zu einem Himba Dorf. Ob diese Touren stattfinden, und welches Dorf besucht wird, hängt immer davon ab, ob die Menschen sich in der Nähe aufhalten oder bereits weiter gezogen sind. Es ist somit keine touristische Show, sondern wirklich authentisch und für die Himba selbst sehr wichtig, dass du das Dorf besuchst. So generierst du ein kleines Einkommen!

Mein Geheimtipp!!

Diese farbenfrohen und sehr lieben Menschen verdienen mit dem Verkauf von Souvenirs eine Kleinigkeit. Unterstütze diese Menschen und kaufe ein kleines Souvenir. Nimm jedoch genügend Kleingeld mit, weil du hier keinen Bankomat oder keine Wechselstube vorfinden wirst. Und schaue, dass du bei verschiedenen Menschen etwas einkaufst.

Living Museum der Damara Twyfelfontein

Kinder können selbst Schmuck herstellen im Living Museum der Damara

Hier findest du andere Beiträge:

> Bilder und Fotos von einer Namibia Reise
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> Reiten und Reiterferien in Namibia

Welche von diesen drei Ureinwohnern findest du am faszinierendsten? Poste es hier. Ich möchte es wissen!

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